„Heilige Nacht“ heißt eine Ausstellung, die das Frankfurter Skulpturenmuseum Liebieghaus derzeit präsentiert. Sie versammelt die Bildwelt der Advents- und Weihnachtszeit, wie sie im Mittelalter und in der frühen Neuzeit ausgeformt wurde. Darin treffen sich die Erzählungen der Evangelien, nichtbiblische Traditionen, Frauenmystik, fromme Inbrunst, Verehrung, die Theologie der Inkarnation, religiöser Kitsch und vor allem die Feier einer Überwindung: das Leben über den Tod, das Licht über die Dunkelheit. Eine „Madonna in der Hoffnung“ hat es Viera Pirker besonders angetan.

Im Dezember wird erstmalig ein Musiker mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Bob Dylan wird für die Schöpfung eines neuen poetischen Ausdrucks in der amerikanischen Gesangstradition geehrt. Der Theologe und Dylan-Kenner Knut Wenzel stellt das Poetische des Folksängers heraus und geht auf die Religiosität seines Werkes ein. Die Musiklegende sei ein ortloser Pilger, der sich am Absoluten abarbeitet.

Zurzeit ist es ruhig geworden mit Gewaltausbrüchen in der Folge von Karikaturen im religiösen Bereich, mit Mohammed-Karikaturen. Hubertus Lutterbach geht der Frage nach, was die unterschiedliche religiöse Schmerzempfindlichkeit im Christentum und im Islam begründet und wie eine christliche Haltung aussehen könnte.

Mit dem Tod von Rio Reiser ist eine spannungsgeladene Brücke zwischen linksalternativer Szene und christlicher Theologie abgebrochen. Aus dem widerborstigen Rockpoeten macht Gerrit Spallek keinen christlichen Theologen. Sein theologisches Portrait zeigt jedoch, warum der „König von Deutschland“ auch aus christlicher Perspektive fehlt.

Was geschieht mit einer Ritterrüstung, wenn ihr Luftballons in die Hände gedrückt werden? Was mit einer Reliquienfigur des heiligen Christophorus, wenn sie ein Modellauto als Reliquie bekommt? Solche Fragen stellt der Videokünstler Christoph Brech in seiner aktuellen Ausstellung im Bayerischen Nationalmuseum und in der Galerie der deutschen Gesellschaft für christliche Kunst in München. Von Erich Garhammer