Wir haben nur das Wort – vor langer Zeit gesprochen, aufgeschrieben, weitererzählt. Aus diesem „Nichts“ ein „Etwas“ zu machen – das ist die große Frage in der Christentumsgeschichte. Daniel Kosch bedenkt diese Herausforderung, die einem Experiment gleichkommt, ungesichert und schön zugleich. „Methoden“ – Wege, die das Wort vernehmbar machen – sind jetzt das Wesentliche. Bibliodrama ist ein solcher Weg.

Gebeichtet wird öffentlich. So jedenfalls geschieht es in den Medien. Das medial inszenierte Beichten dient der Definition dessen, was in der Öffentlichkeit als moralisch akzeptabel angesehen wird. Es geht um Selbstoptimierung, um die bestmögliche Einpassung in die Regelwerte der öffentlich verhandelten Moral. Die sakramentale Beichte zielt dagegen auf Selbstfindung, meint Martin M. Lintner.