Cheerleader für die Synodalversammlung! Leserinbrief zum Beitrag Lüdeckes

Leserbrief

In einem Leserinbrief zum Artikel von Norbert Lüdecke plädiert Dorothee Holzapfel für mehr Ermutigungen – und wünscht sich Cheerleader für den Synodalen Weg.

Den Artikel von Prof. Lüdecke fand ich einerseits erhellend. Wir Laien dürfen die Augen vor der kirchenrechtlichen Realität nicht verschließen. Ich stimme ihm voll zu, dass es in der Kirche keinen hierarchiefreien Raum gibt; und zwar weder für Laien noch für „solidarische“ Kleriker.

Seine Deutung, die Laien seien aber überwiegend damit zufrieden, „gesehen“ zu werden, finde ich geradezu zynisch, denn er macht ja selbst deutlich, wie wenig Handlungs- und Entscheidungsmacht sie haben. Angeblich haben nur die Frauen von Maria 2.0 das System durchschaut. Mitmachen sei demnach quasi würdelos.

So wird einmal mehr klar, dass „Macht“ auch „Deutungsmacht“ ist und diese wird anscheinend derzeit von Klerikern, Kirchenrechtlern (ich wähle bewusst die männliche Form!) und auch Journalistinnen und Journalisten beansprucht. Je nach Überzeugung kommt die Botschaft mit einem herablassenden, mahnenden Unterton („Macht Euch nichts vor! Habt am besten gar keine Erwartungen!“) rüber oder mit einem beschützenden Unterton („Es soll niemand enttäuscht werden!“).

In dieses Stimmengewirr gehören natürlich auch Bitten und Sticheleien wie „Habt Geduld!“ oder ein belächelndes „Was, Du hast da noch Erwartungen? Du wirst schon sehen, da kommt sowieso nichts dabei heraus!“

Ermutigungen lese ich selten. Ich wünsche mir Cheerleader für die Synodalversammlung! „Los, Ihr schafft das!!! Wir wollen Eure Energie und Entschlossenheit sehen!!! S-Y-N-O-D-A-L-E-R-W-E-G, yeahhhh!“

Mit freundlichen Grüßen, Dorothee Holzapfel

Die Freiheit des „Herrn Woelki“

 

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