Das Münchner Missbrauchsgutachten und die damit einhergehenden Äußerungen von Verantwortlichen zeigen das Versagen von Hierarchen und die Unfähigkeit zum Übernehmen persönlicher Schuld. Angesichts der nächsten Vollversammlung des deutschen Synodalen Weges kritisiert der Bonner Kirchenrechtler Norbert Lüdecke pointiert, dass dabei das aktuelle System weiterhin gestützt und eine Unterwerfung der „Schafe unter die Hirten“ zelebriert werde.

Interreligiöser Dialog steht mittlerweile auch auf politischen Agenden. Dies wirft wiederum Fragen für die Religionsgemeinschaften auf. Regina Polak, seit vielen Jahren im interreligiösen Dialog engagiert, gibt Einblicke in aktuelle Diskussionen. Im WS 2020-21 gibt es auf ihre Initiative hin in der Lehre mehrerer Fakultäten der Universität Wien einen Schwerpunkt zum interreligiösen Dialog zwischen den abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam, konzentriert in einer Ringvorlesung.

Nicht nur das „Ich“, sondern auch das „Wir“ entwickelt die eigene Identität im Gespräch mit Anderen und durch erzählte Geschichte. Welche Rolle spielt dabei die Religion? Wie war dies im Mittelalter? Und was kann eine heterogene und mulitkulturelle Gesellschaft heute daraus lernen? Religiöse Pluralität und die Aufgabe der Kirchengeschichte erläutert Angela Berlis.

Was lässt sich heute von Martin Luther lernen? Henning Klingen traf Jan-Heiner Tück und Christian Danz. Die beiden Theologen organisieren die heute in Wien beginnende Tagung  „Martin Luther im Widerstreit der Konfessionen“. Sie sprechen über Luther, die Bedingungen glückender Ökumene, reiben sich am Kirchenbild und Tück wundert sich über lobende Worte gegenüber „Dominus Iesus“ aus dem Mund seines evangelischen Kollegen.