Das Münchner Missbrauchsgutachten und die damit einhergehenden Äußerungen von Verantwortlichen zeigen das Versagen von Hierarchen und die Unfähigkeit zum Übernehmen persönlicher Schuld. Angesichts der nächsten Vollversammlung des deutschen Synodalen Weges kritisiert der Bonner Kirchenrechtler Norbert Lüdecke pointiert, dass dabei das aktuelle System weiterhin gestützt und eine Unterwerfung der „Schafe unter die Hirten“ zelebriert werde.

Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“. Das klingt erst einmal nach einschlägiger pastoraltheologischer Lyrik. Wenn sich dahinter aber einigermaßen widersprüchliche Anweisungen mit romantischem Hintergrund verbergen, wird es spannend. Das muss nicht von Nachteil sein. Von Rainer Bucher

Die Instruktion der Kleruskongregation vom 29.6.2020 über die Leitung von Pfarrgemeinden stellt eine klerikalistische Verengung dar. Sie nimmt weder die Kompetenz der Laien, noch jene der Priester und Bischöfe oder der Ortskirchen ernst. Sie zementiert ein hierarchisches Kirchenbild ein, das Antworten gibt, aber keine Fragen stellt. Ein kritischer Kommentar von Johann Pock.

Der Kirchenrechtler Bernhard Sven Anuth war ohne sein Wissen als Mitglied des Synodalforums zu Sexualität und Partnerschaft nominiert und auch gewählt worden. Da ihm die Mitarbeit u. a. aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist, stellt er seine bei einer vorbereitenden Fachkonsultation in Berlin vorgetragene Expertise öffentlich zur Verfügung.

In den wenigen Tagen seit Erscheinen des nachsynodalen Schreibens Querida Amazonia gibt es sehr viele gegensätzliche Einschätzungen des päpstlichen Dokuments. Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller unternimmt mit spitzer Feder „Theologische Rettungsversuche in Form einer Glosse und zugleich kirchenrechtlichen Optionierung“.