Vor 5 Jahren wurde erstmalig ein Musiker mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Bob Dylan wurde für die Schöpfung eines neuen poetischen Ausdrucks in der amerikanischen Gesangstradition geehrt. Der Theologe und Dylan-Kenner Knut Wenzel stellt das Poetische des Folksängers heraus und geht auf die Religiosität seines Werkes ein. Die Musiklegende sei ein ortloser Pilger, der sich am Absoluten abarbeitet. Wiedergelesen

Das Werk: ein Oratorium eines gläubigen Katholiken und begnadeten Musikers. Das Thema: das letzte Buch der Bibel, die „Offenbarung“ des Johannes. Der Text: fast ausschließlich Bibeltext aus eben diesem biblischen Buch. Die Zeit: der aufkommende Nationalsozialismus. Das Resultat: grandiose Musik mit scheinbar biblischer Botschaft – und prekärer Schlagseite. „Das Buch mit sieben Siegeln“ von Franz Schmidt ist ein Beispiel für Bibelrezeption im Jahr 1938. Von Elisabeth Birnbaum. 

Eine Oper zu einem biblischen Stoff lässt die Titelfigur Bibelverse singen – so weit, so unspektakulär. Doch wenn die Oper „Salome“ heißt und die allerorts als blutrünstige femme fatale verschriene Hauptperson die schönsten Verse des Hoheliedes zitiert, darf das getrost als Provokation betrachtet werden – mit erstaunlichen Folgen. Eine Spurensuche von Elisabeth Birnbaum 

Die ersten Kapitel der Bibel befassen sich mit den großen Fragen der Menschheit: Was ist die Welt? Welche Rolle spielt der Mensch darin? Und was hat Gott damit zu tun? Bedeutende Werke der Musikgeschichte griffen darauf zurück, um sich ebenfalls diesen Fragen zu stellen. Elisabeth Birnbaum zeigt, dass sie zu durchaus konträren Antworten kommen …