Mit dem Gedicht „Versuch’s, die verstümmelte Welt zu besingen“ erlangte Adam Zagajewski Weltruhm, als der „New Yorker“ in der Trauerausgabe nach den Anschlägen vom 11. September 2001 diese (älteren) Verse veröffentlichte. Es war vor dem Anschlag auf die Twin-Towers entstanden, schien aber wie dafür geschrieben. Von Erich Garhammer.

Anlässlich des 100. Geburtstags von Paul Celan am 23.11.2020 skizziert Jan-Heiner Tück biographische Momente, ausgehend von einzelnen Gedichten. Viele Gedichte von Paul Celan üben anamnetische Solidarität mit den Toten. Sie wollen den unbestatteten Opfern der Shoah einen Erinnerungsort in der Sprache geben. Tück deutet sie als poetische Kenotaphe.