„Am liebsten nicht mehr dran denken“ – das scheint die Strategie in vielen kirchlichen Prozessen zu sein. Die Theologin Johanna Rahner wirft den Blick auf den Umgang mit den Traditionsbeständen der Kirche. Wo sie besonders betont werden, werden sie meist deformiert und missbraucht – gerade auch in den aktuellen kirchlichen Debatten. In solcher Tradition entsteht eine Häresie der Vergesslichkeit, in der die eigene Pluralität negiert werden muss.

Immer mehr Klöster, Kaplaneien, Pfarrhäuser und Kirchen werden leer. Dramatisches passiert mit der Sakrallandschaft im deutschsprachigen Europa, und nicht nur hier. Regula Grünenfelder ist überzeugt, dass diese Gebäude auch in Zukunft für das Gemeinwesen wichtig sind und regt an, theologisch über das Ende der christlichen Mehrheitsgesellschaft hinaus zu denken.