In der Schweiz sind in der Seelsorge selbstverständlich Frauen und Männer gleichberechtigt tätig in Gemeindeleitung, Klinikseelsorge und Beerdigungen. Dennoch werden nur Männer (Priester und Diakone) zum Gottesdienst mit dem Papst in den Altarraum eingeladen. Eine Schweizer Seelsorgerin, die anonym bleiben möchte, benennt ihre Irritation – und schreibt selbst im Rollentausch einen fiktiven Brief eines Mitbruders an seine Schwestern im Glauben.

Die „Parabel vom klugen Verwalter“ (Lk 16, 1-9) knüpft an sozioökonomische Missstände an und veranschaulicht zugleich ein fragmentarisches Aufblitzen des Gottesreiches. Kaja Wieczorek liest den Text als Aufforderung, aufmerksam zu sein für die kleinen weltgestalterischen Details, die von großen politischen Bewegungen oder großformatig angelegten Utopien übersehen werden.