Es gibt eine schöne Anekdote über einen alternden Schauspieler, dem man seinen Text schon sehr häufig soufflieren musste. Eines Tages mühte sich der Souffleur wieder redlich ab, den Schauspieler an seinen Text zu erinnern, bis dieser plötzlich zum Souffleurkasten trat und ungeduldig rief: „Keine Details! – Welches Stück?“ Dieselbe Frage sollte allen Diskussionen über die biblische Fundiertheit kirchlicher Entscheidungen vorausgehen, meint Elisabeth Birnbaum 

Die Fledermaus wird verdächtigt, die Corona-Krise verschuldet zu haben. Sie könnte aber auch dazu beitragen, die Krise zu bewältigen. Vielleicht nicht jene aus Wuhan. Die „Fledermaus“ aus Wien jedoch, geschaffen von Johann Strauß Sohn, zeigt auf geradezu biblische Weise Wege für den Umgang mit der Krise. Die Fledermaus – Krisenbewältigung auf Wienerisch. Von Elisabeth Birnbaum 

Am heutigen Tag feiert die Kirche den 1600. Todestag des Hl. Hieronymus. Er gilt als lateinischer Kirchenvater, Patron der Übersetzer und Verfasser der wichtigsten lateinischen Bibelübersetzung. Die Nachwelt verewigte ihn jedoch in ganz anderen, weit wirkmächtigeren Bildern: Und diese „Bilder eines Kirchenvaters“ beförderte vor allem einer: Hieronymus selbst. Von Elisabeth Birnbaum 

Das Werk: ein Oratorium eines gläubigen Katholiken und begnadeten Musikers. Das Thema: das letzte Buch der Bibel, die „Offenbarung“ des Johannes. Der Text: fast ausschließlich Bibeltext aus eben diesem biblischen Buch. Die Zeit: der aufkommende Nationalsozialismus. Das Resultat: grandiose Musik mit scheinbar biblischer Botschaft – und prekärer Schlagseite. „Das Buch mit sieben Siegeln“ von Franz Schmidt ist ein Beispiel für Bibelrezeption im Jahr 1938. Von Elisabeth Birnbaum. 

Angesichts des Coronavirus‘ verändert sich vieles. Das Ungewisse, Unvorhersehbare macht Angst. Die Ereignisse überfordern, lassen rat- und hilflos zurück. Leid-Erfahrungen wie diese erzeugen vor allem eines: die Sehnsucht nach einer besseren, durchschaubaren, geordneten Welt. Die biblische Schöpfung ist so eine geordnete Welt, entworfen als Aufschrei gegen das Leid. Von Elisabeth Birnbaum.

Obwohl in der katholischen Kirche gerade das Matthäusjahr angefangen hat – die Evangelien des Lesejahres A stammen vorwiegend aus dem Matthäusevangelium – muss man zugeben: Zu Weihnachten ist Lukas ungleich wichtiger. Und im Bereich der Musik ist er sogar unentbehrlich. Weihnachten ohne Lukas ist eine musikalische Tragödie. Von Elisabeth Birnbaum.

Das Hochfest Mariä Empfängnis ist innerhalb der katholischen Kirche etwas Besonderes. Es feiert eine normalerweise nicht mögliche Begebenheit. In deutschsprachigen katholischen Gottesdiensten und noch einmal mehr in Österreich erreicht diese Besonderheit in diesem Jahr einen selten erreichten Höhepunkt. Mit ebenfalls normalerweise nicht möglichen Konsequenzen. Von Elisabeth Birnbaum