Die protestantische Ethik und der Geist der Geschlechterverhältnisse waren im 19./20. Jahrhundert enge Verbündete. Diese Allianz wurde wichtig für die Entwicklung von Kapitalismus und deutschem Wohlfahrtsstaat, aber auch der evangelischen Ethik. In beiden hat die Alltagspraxis von Familien lange keinen systematischen Ort gehabt. Fürsorgendes Miteinander blieb insofern konzeptionell und politisch eine Utopie. Von Sabine Plonz.

Der Bedeutung von Nachbarschaft in urban und digital geprägter Gegenwartskultur geht die Stadtforscherin Anna Becker nach. Die wiederentdeckte Wertschätzung für das eigene Quartier ließ sich schon vor der Corona-Pandemie und der eingeschränkten Mobilität als gesellschaftlicher Trend beobachten. Sie lassen Potenziale und problematische Trends erkennen.

„I am sexy and I know it”. Vor dem Hintergrund dieses Songs zieht Pius XIII. seine strahlend weiße Unterwäsche an, wählt seine roten Schuhe aus, lässt sich Schicht um Schicht mit päpstlichen Festgewändern in Gold, Rot und Silber, Brokat und Seide bekleiden, bis er schließlich mit der Tiara auf dem Kopf noch rasch eine Zigarette in den vatikanischen Arkaden raucht. Diese Szene aus der TV-Serie The Young Pope unter der Regie des Bildmagiers Paolo Sorrentino ist Zusammenfassung und ironische Brechung von fast 2000 Jahren klerikaler Ästhetik: Ausgangspunkt einschlägiger Betrachtungen von Theresia Heimerl.