Eine große Opernvorstellung von Beethovens „Fidelio“ in der Hauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern und eine Predigt des Autors Gerhard Ulrich in beeindruckender Kulisse mussten abgesagt werden. Sie markieren eine Leerstelle in den gegenwärtigen politischen Diskursen. Für die gilt mit Paulus: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ (Galater 5,1)

Wie sieht es angesichts von religiös motiviertem Terror mit dem Verhältnis von Religion und Staat bzw. Öffentlichkeit aus? Die beiden Theologen Alois Halbmayr und Josef Mautner plädieren für ein Kooperationsmodell. Es brauche die bunten und vielfältigen Räume gelebter Zusammenarbeit.

„Am liebsten nicht mehr dran denken“ – das scheint die Strategie in vielen kirchlichen Prozessen zu sein. Die Theologin Johanna Rahner wirft den Blick auf den Umgang mit den Traditionsbeständen der Kirche. Wo sie besonders betont werden, werden sie meist deformiert und missbraucht – gerade auch in den aktuellen kirchlichen Debatten. In solcher Tradition entsteht eine Häresie der Vergesslichkeit, in der die eigene Pluralität negiert werden muss.