Die Instruktion der Kleruskongregation vom 29.6.2020 über die Leitung von Pfarrgemeinden stellt eine klerikalistische Verengung dar. Sie nimmt weder die Kompetenz der Laien, noch jene der Priester und Bischöfe oder der Ortskirchen ernst. Sie zementiert ein hierarchisches Kirchenbild ein, das Antworten gibt, aber keine Fragen stellt. Ein kritischer Kommentar von Johann Pock.

Die Ereignisse rund um die Petitionsübergabe «Solidarität mit Dr. Martin Kopp» am 18. Juni 2020 in Chur zeigen exemplarisch, wie die Kommunikationsstrategie des Ordinariats funktioniert. Die interne Kommunikation ist von autoritären Strukturen bestimmt; in der externen Öffentlichkeitsarbeit geben sich der Apostolische Administrator, Peter Bürcher, und seine Mitarbeitenden hochwirksam und mit allen Wassern der modernen PR gewaschen – so die Analyse von Charles Martig. In seinem Beitrag zeigt er, was das für die Kommunikation im Bistum bedeutet.

Seit mehr als dreissig Jahren brodelt es mehr oder weniger offensichtlich im Bistum Chur. Im Moment brodelt es eher mehr. Es ist Zeit, die Leidensgeschichte der Churer Diözesanen zu erzählen – es ist eine Geschichte des Ausgeliefertseins einer römisch-katholischen Ortskirche an Bischöfe, mit ungewissem Ausgang. Ein Beitrag von Eugen Koller, Eva-Maria Faber und Hella Sodies.