Die katholische Soziallehre wird in diesem Jahr 130 Jahre alt. Da überrascht es schon, dass es – anders als üblich – aus diesem Anlass keine neue päpstliche Enzyklika gibt. Mit Laudato sí und Fratelli tutti beschreitet Papst Franziskus einen anderen Weg. Es lohnt sich, die Hintergründe dieser Genealogie auszuleuchten und eine Reise in das theologische Diskursarchiv zu unternehmen.

Am 4. Juni wird in Budapest ein Buch erscheinen, dessen Titel auf Deutsch Dafür gibt es keine Vergebung – Sexuelle Raubtiere in der Kirche lautet. Es ist das erste Buch in Ungarn, in dem Missbrauchsopfer, die durch katholische Priester spirituell und sexuell misshandelt wurden, ihre Leidensgeschichten öffentlich erzählen. Dieses Buch wurde von Rita Perintfalvi, einer ungarischen katholischen Theologin geschrieben, die an der Universität Wien promoviert hat und derzeit an der Theologischen Fakultät der Universität Graz als Postdoc-Universitätsassistentin arbeitet. Hier berichtet sie über den Weg bis zu dieser Veröffentlichung.