Graue, geduckte Gestalten in einer Schlange vor einer schmuddeligen Tür. Neben sich knittrige Tüten oder Einkaufsroller, „Hackenporsche“ genannt. Ein Bild, das oft so oder ähnlich gezeichnet wird, um die „Vertafelung“  der Gesellschaft anzuprangern. Wer Hartz IV bezieht, der oder die hungert, muss zwangsläufig zu einer Lebensmittelausgabestelle gehen und grämt sich dafür, so die These. Friederike Sittler beschreibt eine andere Realität.

Seit mehr als 9 Jahren lebt Michaela Wachendorfer auf der kleinen Insel Juist an der Nordseeküste. Auf der Insel gibt es eine katholische Pfarrei als kleine Diasporagemeinde. In der Urlaubssaison kann man hier noch überfüllte Gottesdienste erleben. Neben den vielen Tourist*innen findet eine Gruppe aus verschiedenen Regionen Europas zur Saisonarbeit den Weg auf die Insel, vor allem aus Polen. Und eine kleine Zahl von „Insulaner*innen“ bildet unter Leitung von Michaela Wachendorfer im Kirchenvorstand das Kontinuum der örtlichen Gemeinde.
Ein Interview mit der Gemeindeleiterin Michaela Wachendorfer von Wolfgang Beck