„Gott will uns ganz nahe kommen“ – das Leiden an derartigen Phrasen in kirchlichen Predigten wird vielfach beschrieben. Simone Ziermann hält fest: Solche sprachlichen Floskeln sind tief in der Kommunikation verankert – und deshalb findet sich manche „Lösung“ gerade dort, wo sie nicht gesucht wird.

Wie keiner der großen deutschsprachigen Dichter hat Goethe den Koran gekannt und sich mit dem Propheten Muhammad befasst. Gerade im Dialog mit dem persisch-muslimischen Dichter Hafis machte Goethe ein spirituelles Verständnis des Islam stark, das in seiner religionenübergreifenden Grundhaltung hochaktuell ist. Christoph Gellner über das neue Buch von Karl-Josef Kuschel.

Die Kontroversen um Themen wie Frauenpriestertum, Homosexualität, Demokratisierung kirchlicher Strukturen etc. stellen uns unleugbar vor Augen, dass Theologien in der „westlichen“ Hemisphäre den Diskursrahmen schon lange nicht mehr festlegen. Stattdessen sind sie zu einer unter vielen Akteur*innen im Diskurs geworden, sodass sich die Frage nach Akkommodation und Anpassung ihrer Inhalte an die sie umgebende Kultur in aller Schärfe erneut stellt. Muster für den Umgang mit Gefahren und Chancen von Anpassungsprozessen gibt es außerhalb der europäischen Theologiegeschichte reichlich und ein Blick auf sie kann Orientierungshilfe für die notwendigen Prozesse in Europa und Nordamerika sein, findet Jan Levin Propach.