Das Schreiben von Papst Franziskus an das Volk Gottes zum sexuellen Missbrauch durch Priester spricht eine klare und deutliche Sprache – endlich, so möchte man sagen. Und dennoch gilt es, diesen Text auch zwischen den Zeilen zu lesen. Hier wird offenkundig, dass das darin Beklagte und Verurteilte, wenn auch in der anderen Gestalt der Grenzverletzung und Grenzüberschreitung, weiterhin strukturell wirksam ist. Wolfgang Reuter unternimmt eine pastoralpsychologisch motivierte Relecture.

Vor 50 Jahren fand vom 26.8.-6.9.1968 die Versammlung des lateinamerikanischen Bischofsrats in Medellín statt. Sie wird als Wendepunkt der lateinamerikanischen Kirche, ja als ihr Pfingsten gewürdigt. Es wurde eine kreative Umsetzung des Konzils für die lateinamerikanische Kirche geleistet, indem konsequent von der dortigen gesellschaftlichen und kirchlichen Realität ausgegangen wurde. Norbert Mette zeichnet die zentralen Entwicklungen nach.

In der Schweiz sind in der Seelsorge selbstverständlich Frauen und Männer gleichberechtigt tätig in Gemeindeleitung, Klinikseelsorge und Beerdigungen. Dennoch werden nur Männer (Priester und Diakone) zum Gottesdienst mit dem Papst in den Altarraum eingeladen. Eine Schweizer Seelsorgerin, die anonym bleiben möchte, benennt ihre Irritation – und schreibt selbst im Rollentausch einen fiktiven Brief eines Mitbruders an seine Schwestern im Glauben.