„I am sexy and I know it”. Vor dem Hintergrund dieses Songs zieht Pius XIII. seine strahlend weiße Unterwäsche an, wählt seine roten Schuhe aus, lässt sich Schicht um Schicht mit päpstlichen Festgewändern in Gold, Rot und Silber, Brokat und Seide bekleiden, bis er schließlich mit der Tiara auf dem Kopf noch rasch eine Zigarette in den vatikanischen Arkaden raucht. Diese Szene aus der TV-Serie The Young Pope unter der Regie des Bildmagiers Paolo Sorrentino ist Zusammenfassung und ironische Brechung von fast 2000 Jahren klerikaler Ästhetik: Ausgangspunkt einschlägiger Betrachtungen von Theresia Heimerl.

Nachdem der Architekt Walter Klasz (Universität Innsbruck) neben Häusern, Kapellen und einem Karbonboot auch eine Kirche (siehe Bild) gebaut hat, geht er als Forscher selbstbildenden Gestaltfindungsprozessen auf die Spur: Material wird erst durch den Zwischenraum zur Architektur und Gestaltfindung ist vor allem Beziehungsarbeit. Parallelen zu kirchlichen Planungsprozssen sind nicht rein zufälliger Natur… Wiedergelesen von 2016.