Kein Text von Papst Franziskus hat so hohe Wellen geschlagen wie sein postsynodales Lehrschreiben Amoris Laetitia über die Freude der Liebe (2016).1 Und bei keinem anderen seiner Texte sorgt er sich derart engagiert um die ortskirchliche Wahrnehmung und Implementierung der darin festgehaltenen doktrinären und pastoralen Perspektiven. Von Hanspeter Schmitt.

In seiner Enzyklika Fratelli tutti hat Papst Franziskus den erstarkenden Nationalismus in vielen Ländern heftig kritisiert. Er sei ein gesellschaftlich-politisches Gift, das vielfältiges Elend hervorbringe, namentlich die Ausgrenzung und Unterdrückung ganzer Bevölkerungsgruppen. So klar hat noch kein Pontifex zuvor gesprochen. Mit einer Ausnahme: Pius XI. Er sah im Nationalismus die Triebfeder schlechthin für den rassischen Antisemitismus, namentlich in NS-Deutschland. So die Recherche von Klaus Kühlwein.