Nicht erst seit der Corona-Krise hat die katholische Kirche ihr Verhältnis zum Kontext moderner Gesellschaften und öffentlicher Diskurse angemessen zu reflektieren. Einen Beitrag dazu stellt Wolfgang Beck mit einer kleinen Veröffentlichung der Salzburger Theologischen Fakultät vor, die nach Beiträgen und „Perspektiven für eine lebenswerte Gesellschaft“ fragt.

Lässt sich der Corona bedingte Lockdown, der für unsere Gesellschaft zahlreiche, auch noch nicht vollends absehbare negative Konsequenzen gezeitigt hat, zumindest im Blick auf die Frage nach New Work als ein unfreiwilliges, aber letztlich erfolgreich ausgegangenes Großexperiment nutzen? Ursula Nothelle-Wildfeuer

Einst waren die kirchlichen Wohnungsbaugenossenschaften ein sozialer Dienst an der Nachkriegsgesellschaft. Ob sie heute noch mehr leisten können, als sie es als normale Marktteilnehmerinnen tun, ist eine Frage, der Bernhard Emunds nachgeht.

Das Subsidiaritätsprinzip ist im katholisch-sozialen Denken entstanden. Im säkularen Umfeld ist es kaum noch wegzudenken. Innerhalb der Kirche wird es dagegen wenig rezipiert. Ursula Nothelle-Wildfeuer plädiert: Die Kirche sollte das von ihr hoch gehaltene Subsidiaritätsprinzip auch auf den eigenen Kontext anwenden – um der Evangelisierung und ihrer Glaubwürdigkeit willen.

Die „Parabel vom klugen Verwalter“ (Lk 16, 1-9) knüpft an sozioökonomische Missstände an und veranschaulicht zugleich ein fragmentarisches Aufblitzen des Gottesreiches. Kaja Wieczorek liest den Text als Aufforderung, aufmerksam zu sein für die kleinen weltgestalterischen Details, die von großen politischen Bewegungen oder großformatig angelegten Utopien übersehen werden.

Lohnt es sich, oder ist es gar geboten, so genannte „populistische“ Themen aufzugreifen und sozialethisch Stellung zu beziehen? Andrea Keller nennt Gründe, warum die christliche Sozialethik ihre Stimme erheben muss. Und wie wichtig es ist, dass Menschen erfahren, dass sie etwas bewirken können.

Welche Rolle kommt staatspolitischen und staatsrechtlichen Aspekten innerhalb der sozialethischen Migrations- und Integrationsdebatte zu? Wie verhalten sich Gerechtigkeit und Nächstenliebe zueinander? Dass die zeitgenössische Sozialethik blind ist für die Relevanz des Staates, behauptet Axel Bernd Kunze. Ein Zwischenruf zur gerade stattfindenden Jahrestagung der deutschsprachigen Sozialethiker_innen in Berlin.