Was lässt sich heute von Martin Luther lernen? Henning Klingen traf Jan-Heiner Tück und Christian Danz. Die beiden Theologen organisieren die heute in Wien beginnende Tagung  „Martin Luther im Widerstreit der Konfessionen“. Sie sprechen über Luther, die Bedingungen glückender Ökumene, reiben sich am Kirchenbild und Tück wundert sich über lobende Worte gegenüber „Dominus Iesus“ aus dem Mund seines evangelischen Kollegen.

Die grossen Kirchen in Deutschland gefallen sich oft noch in der Pose der Mehrheitskirchen. Stefan Gärtner hinterfragt diese Mentalität der „Volkskirche“. Längst bröckeln die Mehrheiten und immer öfter finden sich die Kirchen als Minderheit wieder – für Gärtner ein Anlass, daran zu erinnern, dass Minderheiten auch als Produkte der Mehrheiten und ihrer Machtausübung entstehen.

Den Hype um Erik Flügges Buch „Jargon der Betroffenheit“ nimmt Arnd Bünker zum Anlass für einen zweiten Blick auf das Buch. Zwar treffen die Phänomenbeschreibungen Flügges zu, die Analyse müsste aber tiefer greifen. Die Kirche „verreckt“ nicht an ihrer Sprache, sie hat ein Relevanzproblem. Die Relevanzkrise lässt sich mit Sprachoptimierung bestenfalls kaschieren aber nicht beheben. Predigerinnen und Prediger müssen je eigene Wege zur Relevanz finden.

Heute ist der Festtag des Hl. Dominikus. Christian Bauer zeigt, dass dessen 1216 offiziell anerkannter Predigerorden mehr als nur die Inquisition zu bieten hat, sondern auch heute noch ein attraktives Modell christlicher Existenz darstellt. Und dass ein Jesuit, der sich als Papst ‚Franziskus‘ nennt, vielleicht gar kein schlechter Dominikaner wäre…

 

Die Missbrauchsskandale haben (nicht nur) die katholische Kirche erschüttert. Eine Folge davon ist eine höhere Sensibilisierung für das Thema – aber auch entsprechende Maßnahmen, um Missbrauch zu verhindern. Stefan Gärtner (Tilburg) schaut sich kritisch ein Feld des Umgangs mit Kindern an – die Vorbereitung auf die Erstkommunion. Vor allem hinterfragt er die gegenwärtige bürokratische Reaktion auf ihre Angemessenheit.