Nicht kirchlich gebundene Zeitgenossen und -genossinnen erkennen oft besser, worin die Herausforderung der biblischen Erzählungen und die Besonderheit des Lebens Jesu von Nazarets besteht. Zum Beispiel der in der DDR sozialisierte Schriftsteller Durs Grünbein. Gleichermaßen anregend und herausfordernd findet Christoph Gellner, wie Grünbein die Bibel ins Heute schreibt.

Heute ist nicht nur Mariä Empfängnis und der 2. Adventssonntag, sondern auch der Weltgedenktag für verstorbene Kinder. An diesem Tag, der immer am zweiten Sonntag im Dezember begangen wird, stellen Menschen, die ein Kind verloren haben, um 19:00 Uhr Ortszeit eine Kerze in ihr Fenster. Das Licht der Kerze soll sichtbar nach außen dringen und so im Zug durch die Zeitzonen ein Lichtermeer bilden – dieses Gedenken ist als Worldwide Candle Lighting bekannt. Melanie Wurzer schreibt über ihre Eindrücke von einer Kinder-Gedenkstätte. Dort sind Kinder, die vor der 40. Schwangerschaftswoche gestorben sind, beerdigt.

In diesen Tagen beginnt der „Synodale Weg“ der deutschen katholischen Kirche. Er ist eine Reaktion auf die Entlarvung langjähriger Praktiken sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche.  Heute und morgen geht Rainer Bucher der Frage nach, welcher Verrat begangen und warum er gerade jetzt aufgedeckt wurde und welche Versprechen die Kirche geben muss.

Der Quellcode religiöser Traditionen ist unhintergehbar freigegeben. Gebet ist nicht nur auf kirchliche Handlungsräume beschränkt. Vor 4 Jahren hat Navid Kermani in einer Rede in der Frankfurter Paulskirche zum Gebet aufgerufen. Michael Schüßler analysiert, dass das, was dann kam, ebenso umstritten wie symbolträchtig war. Ein Aufruf zum Gebet, der Fragen hinterlässt. Wiedergelesen