Leserbrief zu: Transformation. GEMEINWOHL-ÖKONOMIE. Sofort.

Wir müssen eine Vision für Europa entwickeln, die allen politischen Entscheidungen ab sofort als Prüfstein dienen soll, meint Helmut Waltersdorfer.

Ein Leserbrief zu:

Transformation. GEMEINWOHL-ÖKONOMIE. Sofort.

Jetzt gibt es das Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie seit 10 Jahren und nur wenige Unternehmen und Institutionen wurden zertifiziert, die allermeisten Politiker nehmen nicht einmal das Wort in den Mund. Die größten Hürden scheinen mir – wie auch bei vielen anderen Themen, wie Umwelt, ungerechte Löhne, Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, Tierleid, Waffenproduktion – die globale Vernetzung (Stichwort Globalisierung) und das Machtstreben der politischen Führung (Stichwort Rückzug der Demokratie) zu sein. Verstärkt wird die problematische Situation noch durch die Passivität der Konsumenten. Der „reiche-arme Mensch“ der westlichen Gesellschaft will das, was er hervorgebracht hat, auch noch „globalisieren“ und tut das immer noch. Wirtschaftlich reich, oder zumindest in einem Wohlstand lebend wie noch nie, doch geistig orientierungslos und damit wirklich arm. „Die Welt“ wird nichts ändern, China hat eine bemerkenswerte Strategie, die viele Schattenseiten hat, die USA müssen sich erst selber finden, bei aller Gefährlichkeit, die von ihrem Waffenarsenal ausgeht.

Wir müssen eine Vision für Europa entwickeln. Die Bausteine dafür sollen sein:

  • Als Basis: Europäische Werte. Europa als Region der „Wahrheit in Vielfalt“ vereint Christentum (neu zu erfinden) mit Islam (aufgeklärt europäisch) und Judentum mit einem Blick auf Buddhismus, Hinduismus und Taoismus
  • Europäisches Internet: Reduktion der Abhängigkeit von Amerika, Sicherheit vor Cyberangriffen
  • Europäische Wirtschaft: ÖKO2-sozial = Gemeinwohl-ökonomisch-ökologisch und selbstversorgend (Rückzug aus Globalisierung)
  • Europäische Ernährung: Bio-vegan, ÖKO2-sozial und selbstversorgend
  • Europäischer Umweltschutz: Klima, Luft, Wasser, Böden, … sind ein einmaliger Schatz im fruchtbaren Europa und im gemäßigten Klima
  • Europa sozial: Gemeinwohlorientiert, Aufeinander schauen, Zusammenhalten, „Wenn es dir gut geht, geht es mir auch gut“
  • Europäische Lebenssicherheit: Alle obigen Aspekte führen zu mehr Lebenssicherheit
  • Europäischer Friede: Ausstieg aus Waffenproduktion für nicht-europäische Länder, Selbstverteidigung bleibt als notwendiges Übel.

Diese Vision, die bestimmt ergänzungsbedürftig ist, soll allen politischen Entscheidungen ab sofort als „Prüfstein“ dienen, wobei alle Entscheidungen sich daran messen müssen. Auch müssen zu jedem dieser Punkte Konzepte entwickelt werden. Alle Maßnahmen müssen Terminbezogene Ziele haben, nach dem Motto: „Wie wollen wir in 30 Jahren leben?“ Für den Fall, dass sich Unternehmen dadurch komplett neuorientieren müssen (z.B.: Ausstieg aus dem Export, Beendigung der Waffenproduktion), müssen langfristig, aber mit konkreten Zielen und Terminen, Alternativen im Sinne der o.a. Vision gesucht werden.

Eine führende Rolle müssen dabei die Christlichen Kirchen spielen. Zuallererst als Vorbild. Dann aber als Motor für die Weiterentwicklung der europäischen Werte. Das bedeutet eine „Neuerfindung“ des Christentums.

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Helmut Waltersdorfer
Neuhofen an der Krems

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