Einige möchten ihre Begeisterung über Jesus mit möglichst vielen anderen teilen. Vielen ist aber auch unwohl bei dem Gedanken, sie müssten andere zum Christentum bekehren, um ihrem Auftrag als Christinnen und Christen gerecht zu werden. Christiane Schubert ist überzeugt, dass der Auftrag, das Evangelium zu verkünden, nicht den Glauben, sondern das Wohl aller Menschen zum Ziel hat.

Der Evangelist Markus beendet seine Darstellung des öffentlichen Wirkens Jesu mit einer selten beachteten Erzähleinheit (Mk 12,38–44). Populär ist lediglich der zweite Teil der Perikope: die bekannte Erzählung vom „Scherflein der Witwe“ (12,41–44). Die volle Bedeutung kann die Erzählung aber nur entfalten, wenn ihr Kontext beachtet wird. Vorab warnt Jesus vor den Schriftgelehrten – nicht zuletzt, dass sie Häuser von Witwen auffressen würden (38b–40). Von Volker Niggemeier.

Mit dem Advent startet am kommenden Sonntag ein neues kirchliches Lesejahr, das für die Liturgie diesmal höchst spannende Abschnitte aus dem Markus-Evangelium bereithält. Christian Bauer berichtet aus der aktuellen exegetischen Forschung. Dabei geht es um zerstrittene Gemeinden, römische Kaiser und einen verschwundenen Jesus.