Gewalt an Frauen in der Kirche ist noch nicht lange im Fokus der Öffentlichkeit. Dass dieses Thema mittlerweile breiter wahrgenommen wird, liegt unter anderem an einem Buch, das vor genau einem Jahr erschienen ist: „Erzählen als Widerstand“. Ein Jahr, in dem sich zum Thema spiritueller und sexueller Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche einiges getan hat. Barbara Haslbeck und Ute Leimgruber geben Einblick in die Erkenntnisse dieses Jahres.

Am 4. Juni wird in Budapest ein Buch erscheinen, dessen Titel auf Deutsch Dafür gibt es keine Vergebung – Sexuelle Raubtiere in der Kirche lautet. Es ist das erste Buch in Ungarn, in dem Missbrauchsopfer, die durch katholische Priester spirituell und sexuell misshandelt wurden, ihre Leidensgeschichten öffentlich erzählen. Dieses Buch wurde von Rita Perintfalvi, einer ungarischen katholischen Theologin geschrieben, die an der Universität Wien promoviert hat und derzeit an der Theologischen Fakultät der Universität Graz als Postdoc-Universitätsassistentin arbeitet. Hier berichtet sie über den Weg bis zu dieser Veröffentlichung.

Die Missbrauchsskandale haben (nicht nur) die katholische Kirche erschüttert. Eine Folge davon ist eine höhere Sensibilisierung für das Thema – aber auch entsprechende Maßnahmen, um Missbrauch zu verhindern. Stefan Gärtner (Tilburg) schaut sich kritisch ein Feld des Umgangs mit Kindern an – die Vorbereitung auf die Erstkommunion. Vor allem hinterfragt er die gegenwärtige bürokratische Reaktion auf ihre Angemessenheit.