‚Glücklich ist, wer vergißt…‘? Warum theologische Vergesslichkeit zum strategischen Instrument kirchlicher Debatten wird

„Am liebsten nicht mehr dran denken“ – das scheint die Strategie in vielen kirchlichen Prozessen zu sein. Die Theologin Johanna Rahner wirft den Blick auf den Umgang mit den Traditionsbeständen der Kirche. Wo sie besonders betont werden, werden sie meist deformiert und missbraucht – gerade auch in den aktuellen kirchlichen Debatten. In solcher Tradition entsteht eine Häresie der Vergesslichkeit, in der die eigene Pluralität negiert werden muss.

„Selig sind die Vergesslichen, denn sie werden auch mit ihren Dummheiten fertig“[i] – wie kaum ein anderer bringt der scharfzüngige Christentumskritiker Friedrich Nietzsche auch hier die Dinge auf den Punkt. Wenngleich er Ende des 19. Jh. gegen den ‚Erinnerungsballast’ des Historischen wettert[ii] und den Historismus seiner Zeit als ‚historische Krankheit’ identifiziert[iii], weiß auch Nietzsche, dass ein solches ‚Glücklich ist, wer vergißt…‘ immer ein ‚prekäres Projekt’ darstellt. Denn man entscheidet letztlich doch selbst zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig an Geschichte und damit an ‚Erinnerung’ und ‚Gedächtnis’, ja man muss sich entscheiden.

Verdrängen als Typos der Häresie.

Vergessen ist also nicht einfachhin ein Schicksal, Vergessen ist eine Tat. Vielleicht vermutet deswegen Karl Rahner in einem Beitrag zur ‚Sakramentalen Grundlegung des Laienstandes in der Kirche’, dass es „so etwas wie die Häresie der Vergesslichkeit [gibt], des Nichtbeachtens, des Aufsichberuhenlassens, die auch innerhalb der Kirche selbst in einem recht erheblichen Ausmaße möglich ist“[iv]. Und er meint damit zunächst jene Themen der Dogmatik, deren Relevanz jeder und jedem eigentlich sofort einsichtig ist, ja die ‚immer schon‘ für ‚wahr‘ gehalten, aber dennoch „viel zu wenig durchreflektiert werden“, weil sie „viel zu weit aus der durchschnittlichen Perspektive herausgerückt sind, unter der der normale Christ die Wirklichkeit des Glaubens zu sehen pflegt“[v]. Was Rahner in der Folge nun aber unter dem Schlagwort verhandelt, mutet bei näherem Hinsehen dann doch weniger als ‚zufällig vergessen‘ an. Vielmehr erscheint es als absichtsvoll Verdrängtes, denn es sind gerade ekklesiologische Strukturfragen, in denen sich dieser Typos von Häresie am häufigsten anzutreffen ist. Vieles, vielleicht zu vieles in der Struktur unserer Kirche, das bis heute mit dem Mantel des Gottgewollten und Ewigen umgeben wird, ist das Ergebnis eines historischen Verdrängungsprozesses, samt der damit stets verbundenen, menschlichen, mitunter allzu-menschlichen Einflussnahmen.

Stein des Anstoßes: Was geworden ist,
kann auch wieder anders werden.

Nietzsches Alternative des glückseligen, weil allein lebenstauglichen Vergessens mündet bekanntlich wirkungsgeschichtlich in die Geschichtsmüdigkeit der späten Moderne. Indes gibt es dazu auch so etwas wie eine katholische Variante: Sie ist in der aktuellen Streitfrage um Kontingenz oder Transgeschichtlichkeit von Lehre und Struktur der Katholischen Kirche so präsent wie nie. Dem von einigen, wenn auch zaghaft vorgetragenen ‚Wir können auch anders‘, schallt stets die lautstarke Behauptung entgegen, dass der Adornosche Satz ‚Was sich historisch entwickelt hat, kann, aber muss nicht so sein und was geworden ist, kann auch wieder anders werden‘ überall gelten mag, nur nicht in der Katholischen Kirche und das aus
(offenbarungs-)theologischen Gründen. Wer eine lebensweltlich begründete Pluralitätsfähigkeit einfordert, droht an der institutionell petrifizierten Ambiguitätsintoleranz zu scheitern, die die Denkform einer immer eindeutigen, stets gleichbleibenden, und daher zu bewahrenden ‚Tradition‘ – und sei es im Konstrukt einer ‚konsistenten diachronen Lehrtradition‘[vi] – zum entscheidenden, katholischen Identitätsmarker  macht. Der Streit darum wird derzeit öffentlich in den (theologischen) Feuilletons ausgetragen.[vii]

Geschichtlichkeit als Chance

Die Kontingenz des Zugangs zu Offenbarungsgehalt und Glaube theologiegeschichtlich einzuräumen, ist dabei das eine, sie systematisch theologisch ernst zu nehmen etwas anderes. Geschichtlichkeit als erkenntnisleitender Denkform im Katholischen Raum zu geben, verunmöglicht zunächst, „Tradition als einen eindimensionalen und kontinuierlich gedachten Prozess begreifen zu wollen, der sich nach dem Schema der fortlaufenden Explikation eines immer schon Implizierten vollzieht“[viii] oder sie als institutionell abgesicherten, weil pneumatologisch legitimierten Gehalt sakral zu überhöhen und sie so gegen ‚historische Rückfragen‘ zu immunisieren. Das, freilich, ist eine Erkenntnis, die „der katholischen Tradition, insbesondere der Neuzeit, über lange Zeit verborgen“ blieb[ix], besser: Sie wurde aktiv vergessen, verdrängt.

Strukturell einseitig
und daher theologisch reduktiv

Diese Häresie der Vergesslichkeit ist aber nicht einfach nur inhaltlicher, sondern eben auch und gerade struktureller Natur. Denn hier wird nicht nur „die für den christlichen Glauben unentbehrliche, epistemische Autorität der Kirche von einer juridischen Autorität überformt, die meint, ihre Stärke dadurch erweisen zu müssen, dass sie sich in einer Sprache des Ultimativen und Endgültigen ausdrückt“[x]. Hier wird das ‚Subjekt Kirche‘ in ihrer ‚materialen Identität‘ auf eine Weise eng geführt, die strukturell einseitig und daher theologisch reduktiv ist. Das ‚la traditione sono io‘ Pius‘ IX. ist gerade kein nur theologisch- inhaltlich fragliches Argument ist, es verschafft sich doch zugleich und notwendiger Weise auf eine bestimmte Weise strukturell Ausdruck.

Das geschichtsenthobene Lehrsystem
der Neuscholastik

Dazu gießt die, in ihrer Monopolisierung lehramtlich nachhaltig geförderte Neuscholastik zunächst den Glauben in die ehernen Formeln eines geschichtsenthobenen, autoritativ abgesicherten Lehrsystems des unveränderlichen, ewig gleichen depositum fidei. Flankiert wird das Ganze durch einen supranaturalistisch-extrinsezistischen Integralismus. Darüber hinaus werden aber alle anderen Traditionen abgewertet, verdächtigt und – immer häufiger – auch indiziert. Die Neuscholastik schwingt sich zur ‚Wächterin der Orthodoxie‘ auf; jeder Ansatz von Pluralität im Inneren, jeder Hauch von Veränderung wird nun als Gefährdung dieser ‚wahrhaft katholischen‘ und ‚immer gleichen‘ Identität verstanden, die gerade angesichts der sogenannten ‚Zerfallserscheinungen‘ der zeitgenössischen Gesellschaft gestärkt und bewahrt werden muss und daher einzig auf Aus- und Abgrenzung Andersdenkender setzen kann. Dazu betreibt ein, sich zunehmend auf einen papalistischen Solipsismus zurückziehendes höchstes Lehramt und seine theologische Speerspitze – eine gut vernetzte Gruppe der jesuitischen Vertreter der Neuscholastik (insbesondere in Rom) – seit den 1830er Jahren die strikte Monopolisierung einer bestimmten Schultradition.

Traditionserfindung

Man denunziert mögliche theologische Alternativen und versucht sie rigoros aus dem System zu entfernen. Das Instrument der (in der Regel bestimmte Positionen, die dem ‚System‘ widersprechen, verurteilenden) Lehrenzyklika wird ausgebaut  und die inflationären Indexverfahren wie ein sich zunehmend ausgeweitetes Denunziationssystem verändern das kirchenpolitische und theologische Klima nachhaltig und schädigen (nicht nur) die Theologie. Die Häresie der Vergesslichkeit entpuppt sich als Häresie der Verdrängung. „Identitätssicherung durch Tradition beziehungsweise Traditionserfindung funktioniert nach innen … nur dann, wenn strikte Einheitlichkeit herrscht und Abweichler konsequent ausgemerzt werden. Jede Form von Pluralismus und Ambiguität innerhalb der eigenen Gruppe wird unterdrückt“[xi].

Aggressives Ausmerzen theologischer Alternativen

Die Wunden dieses Streites sind bis heute nicht verheilt und der mit ‚Geschichtlichkeit‘ und ‚Kontingenz‘ an kirchliche Lehre und Strukturen herangetragene Problemhorizont ist weder angemessen erfasst noch bewältigt. Noch weniger sind es die systemischen Veränderungsprozesse, die unter dem Deckmantel der Bewahrung von Identität und Tradition im 19. Jh. durchgeführt wurden und deren (nicht nur strukturellen) Folgen bis heute spürbar sind. Die ‚Kontamination‘ durch das Kontingente in den Entscheidungen des 19. Jh. besteht indes nicht einfach in dieser aggressiven Ausmerzung möglicher theologischer Alternativen – sie wiederzuentdecken wäre dann die bis heute unvollendete Aufgabe der wissenschaftlichen Theologie, auch wenn schon das II. Vatikanische Konzil einige von ihnen zumindest ansatzweise rehabilitiert hat. Die Kontingenz der Kontingenz reicht weiter; sie zeigt sich in den machtstrebigen Verfugungen, die bis heute systemisch weiterwirken. Daher ist hier auch und gerade über strukturelle Macht und institutionellen, d.h. systemischen Machtmissbrauch zu sprechen.

Geschichtliche Erkenntnis wirkt entlarvend

Die kirchengeschichtlichen Untersuchungen, die – auf die Archive der Index- bzw. der Glaubenskongregation (bzw. ihrer Vorgängerin) konzentriert – die Mechanismen der zugrundeliegenden Wechselbeziehungen ebenso aufdecken, wie sie die denunzierten, indizierten und so bewusst verdrängten Alternativen rekonstruieren, machen dabei auch jene fatalen, strukturellen wie personellen Verflechtungen kirchlicher Machtstrukturen sichtbar, die die Durchsetzung einer sich als alternativlos gebärdenden, heute aber theologisch höchst fragwürdig gewordenen Positionierung ermöglicht haben. Die historischen Analysen decken die strategischen Driften und Bemächtigungsstrategien der damaligen Zeit auf und sie identifizieren ihre individuellen Akteure, die dafür sorgten, dass eine im Gesamt der theologischen Strömungen der Zeit durchaus singuläre und in ihren Einzelheiten theologisch auch kritisch hinterfragbare Position zur prägenden Denkform geworden ist. Eine (dogmen-)geschichtliche Bearbeitung, die diese Ergebnisse ernst nimmt, kommt nicht um eine veränderte, theologische Bewertung des historisch so Gewordenen herum.

Stilllegung des Kritikpotentials der wissenschaftlichen Theologie

Die kritische Rekonstruktion von Kontext wie Motivation der Akteure wie die Einordnung der Festlegungen des 19. Jh. in die theologiegeschichtlichen Grundlinien, aber auch in den Zeithorizont der zeitgenössischen sozio-politischen Umwälzungsprozesse nötigen zur theologischen Rechenschaftsabgabe und Kritik. Dabei erweist sich gerade die autoritäre Stilllegung des Kritikpotentials der wissenschaftlichen Theologie selbst als Menetekel einer inhaltlich wie strukturell fatalen Weichenstellung. Sie wird legitimiert durch die seit den 1830er Jahren zunehmenden Indizierungsverfahren und die Manipulation dieser Verfahren durch eine, immer stärker dominierende theologische Schulrichtung, die die theologische Alleinzuständigkeit des (ordentlichen) Lehramts schleichend ausdehnt. Spätestens mit dem Breve ‚Tuas libenter‘ von Pius IX. wird das dann im Jahr 1863 zur verbindlichen Lehre erhoben. „Traduttore, traditore“ – treffender kann man die theologische Fraglichkeit einer solchen ‚erfundenen‘ Tradition nicht umschreiben. Mit der durch sie ausgelösten ‚kulturellen Amnesie‘ bzw. dem damit verbundenen theologischen ‚Gedächtnisverlust‘ wird heute die Kirche selbst als sich historisch immer neu entfaltendes Subjekt der Tradition in ihrer Wahrheitsfähigkeit in Frage gestellt. Dagegen hilft nur ‚Erinnerungsarbeit‘.

Wiederentdeckung der verdrängten Alternativen

Die sich daraus ergebende Aufgabe der wissenschaftlichen Theologie besteht, zum einen,  darin, gegen eine solche systemische ‚Häresie der Vergesslichkeit‘ nachdrücklich auf Wiederentdeckung der verdrängten Alternativen als Innovationspool und zur Erhöhung der Ambiguitätstoleranz zu setzen. Sie hält die theologiegeschichtlichen Alternativen im Bewusstsein, erweitert das Spektrum der Möglichkeiten und eröffnet so Wege der Selbstkritik und Autokorrektur: „Indem Dogmengeschichte die christliche Lehrtradition möglichst umfassend im  lebendigen Bewusstsein der Dogmatik erhält, begründet sie nicht nur den Status quo  der Glaubenshermeneutik, sondern bereichert die Diskussion, indem sie aus der Geschichte auf Alternativen, nicht realisierte Möglichkeiten und unberücksichtigt gebliebene Argumente hinweist“[xii]. Historisierung ist eine Chance[xiii], denn der „Blick zurück kann also die Gegenwart von Lasten der Vergangenheit befreien, indem erstarrte Formeln durch Freilegung ihres ursprünglichen sachlichen Kerns verlebendigt und so Lösungsvorschläge für verfahrene Debatten bereitgestellt werden“[xiv].

Die zentrale Kategorie der Personenwürde

Zum anderen hat Theologie explizit die Frage nach den machtstrategischen Driften zu stellen, ihre institutionelle ‚Nach-Wirkung‘ offenzulegen und kritisch zu analysieren. Das ‚lange 19. Jahrhundert‘ scheint doch systemisch-strukturell noch immer nicht an sein Ende gekommen. Wenn aber zu Recht gilt, dass sich Kirche immer in kritischem, aber anschlussfähigem Dialog mit der sie umgebenden und durchdringenden ‚Welt’ bewegt und verändert hat[xv], dann bedeutet dies, dass Selbstverständnis und strukturelles Gefüge der Kirche auch stets entlang der geschichtlichen Entwicklungen verlaufen. In der Moderne wird diese Beziehung zwar komplexer, kann aber nicht einfach abgebrochen werden. Nicht nur weil die einzelnen Glieder der Kirche immer ‚Bürgerinnen zweier Welten’ sind und die sich daraus ergebenden ‚kongnitiven Dissonanzen‘ (z.B. in Themen wie Beteiligungs- oder Geschlechtergerechtigkeit) zurzeit die Kirche schier zerreißen, sondern gerade weil das II. Vatikanische Konzil selbst im Bekenntnis zur Religionsfreiheit, der Neukonstellation des Offenbarungsverständnisses wie der pneumatologischen Revision des Kirchenverständnisses, die zentrale Kategorie der Personenwürde neu entdeckt, gehören die Grundprinzipien moderner, demokratische Staatswesen nunmehr zum theologischen Kerngeschäft.

Der Glaubenssinn der Gläubigen erhält Systemrelevanz

Wenn das II. Vatikanische Konzil an zentraler Stelle den ‚unfehlbaren Glaubenssinn der Gläubigen‘ betont, ist das eigentlich die ‚kirchliche Wiederentdeckung‘ eines ‚uralten Theologumenon’ mit Systemrelevanz. Das Ernstnehmen seiner theologischen Würde indes geriet nicht nur über weite Teile der Theologiegeschichte in den Sog jener systemischen Amnesie, die Karl Rahner eben prägnant als die ‚Häresie der Vergesslichkeit’ bezeichnet hat. Es wurde im 19. Jh. strukturell bewusst kaltgestellt, weil sich ein ausgeprägter, aufklärungsfeindlicher, ahistorischer, antiökumenischer, demokratieskeptischer, vielleicht sogar anti-demokratischer Anti-Modernismus zum selbstgewählten Markenkern der Katholischen Kirche stilisiert. Dies ist im ‚kulturellen Gedächtnis‘ zu behalten.

 Vorbehalte gegen demokratische Anschlussfähigkeit zum Schaden der katholischen Kirche

Die Kirche sei keine Demokratie, so hört man heute allenthalben, weil das Mehrheitsprinzip dem Wahrheitsprinzip entgegenstünde und so dem Wesen der Kirche widerspräche. Diese (falsche) Alternative verstellt indes den Blick auf das theologisch Entscheidende. Spiegelt sich in der Ablehnung des Demokratiegedankens nicht vielmehr ein elitäres Bewusstsein, das die Wahrheit eher bei den wenigen sucht, und dabei die egalisierende Dimension der Pneumatologie als Strukturprinzip von Kirche theologisch vernachlässigt bzw. machtstrategisch rigoros ‚vergisst‘, ja verdrängt? Sind die zentralen Wesensbestimmungen von Kirche in ihrem Grundsatz wirklich so wenig anschlussfähig an demokratische Prinzipien, wie dies von manchen behauptet wird? Oder ist dies nicht vielmehr das Ergebnis verdrängter Alternativen? ‚Glücklich ist, wer vergißt…‘?

Gefährliche Erinnerung:
Ein kritischer Blick zurück

Eines ist klar: Dort, wo die Lebenswelt von Menschen – geprägt von einer Welt, die zwar Licht- und Schattenseiten kennt, aber eben auch die Selbstverständlichkeiten eines wertebezogenen, demokratisch-gleichberechtigten Miteinanders – im konkreten Gefüge in der Kirche auf Dauer ein Fremdkörper bleibt, nimmt Kirche in ihrem Wesenskern, d.h. in der Glaubwürdigkeit ihrer Sendung Schaden. So nagt am Ende doch die Kirchenkrise an der Wurzel einer plausiblen Antwort auf die Glaubenskrise der späten Moderne. Der Blick in die Geschichte würde indes zeigen, dass es nicht so sein, geschweige denn, gerade angesichts der doppelten Kontingenz so mancher Entscheidungen des 19. Jh., so bleiben muss. Dies als ‚gefährliche Erinnerung‘ und so als Alternative zur systemisch gewordenen ‚Häresie der Vergesslichkeit‘ theologisch nachdrücklich in Anschlag zu bringen, ist die theologische Aufgabe der Stunde.

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Autorin:          Johanna Rahner, Dr. theol., Professorin für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie an der Universität Tübingen.

Foto: Mauricio Artieda / unsplash.com

 

[i] Jenseits von Gut und Böse, Nr. 217; Studienausgabe V, 153.

[ii] Vgl. bes. ‚Zweite Unzeitgemäße Betrachtung’ (1873); aber auch ‚Vom Nutzen und Nachteil der Historie’ (1874).

[iii] Es ist ein „Schauspiel einer blinden Sammelwut, eines rastlosen Zusammenscharrens alles einmal Dagewesenen“ (Unzeitgemäße Betrachtungen Zweites Stück: Vom Nutzen und Nachteil der Historie, in: F. Nietzsche, Werke in drei Bänden, hrsg. v. K. Schlechta, Bd. 1, München 1954, 228).

[iv] Karl Rahner, Die sakramentale Grundlegung des Laienstandes in der Kirche, in: ders., SW 18, 376-391, 376)

[v] Ebd.

[vi] Vgl. Thomas Marschler, Zukunftsorientierte Umgestaltung?, in: HerKorr (2019) Heft 12, 47-50, 49.

[vii] vgl. u.a.. die theologische Disputatio zwischen Thomas Marschler und Michael Seewald in der Herder-Korrespondenz 2019/20.

[viii] Georg Essen, Die Geschichte, die aus der Wahrheit kommt. Reflexionen zu einer innerkirchlichen Kultur der Innovationstoleranz, in: Wilhelm Damberg/Matthias Sellmann (Hg.), Die Theologie und ‚das Neue‘. Perspektiven zum kreativen Zusammenhang von Innovation und Tradition, Freiburg 2015, 169-196, 187f.

[ix] Ebd. 179.

[x] Michael Seewald, Reform. Dieselbe Kirche anders denken, Freiburg 2019, 72.

[xi] Hubert Wolf, Der Unfehlbare. Pius IX. und die Erfindung des  Katholizismus im 19. Jahrhundert, München 2020, 185.

[xii] Thomas Marschler, Zur Bedeutung der Dogmengeschichte innerhalb der Dogmatik, in: Martin Dürnberger (u.a.) (Hg.), Stile der Theologie: Einheit und Vielfalt katholischer Systematik in der Gegenwart, Regensburg 2017,  143-168;167

[xiii] Essen, Geschichte (s. Anm. 6), 192.

[xiv] Marschler, Dogmengeschichte (s. Anm. 10), 167.47-

[xv] Vgl. Knut Wenzel, Partizipation und Dialog in der Kirche, in:  M. Heimbach-Steins (u.a.) (Hrsg.), Kirche 2011: ein notwendiger Aufbruch. Argumente zum Memorandum, Freiburg 2011, 146-155.

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