Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten

Ein Gedicht von Hildegard König.

zwischen himmelfahrt und pfingsten
versprochen
alle tage da zu sein
ob wir das falsch verstanden haben
ein zweitausend jahre langes warten
und der blick nach oben die ganze zeit
umwölkt und vernebelt
von hirngespinsten und weihrauch
und verpasst haben
wie DU gehst kommst DU
bist da
alle tage
nur nicht dort
wohin du gesetzt wurdest
gestellt wurdest
eingeschlossen wurdest
vielmehr leichtflüchtig wie dämmer und duft
das all durchdringend
bis in die hintersten winkel
und die einfachsten hütten und
die unstetesten herzen
da alle tage
bis ans ende
in der welt
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Text und Bild: Hildegard König, Theologin, bis April 2020 Professorin für Kirchengeschichte an der TU Dresden, Lyrikerin.

 

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