Kathrin Feldhaus und Margarethe Mehring-Fuchs haben ein berührendes Buch über das Leben aus der Sicht von kranken Kindern und Jugendlichen herausgegeben. Ein Buchtipp von Helga Kohler-Spiegel.
Selten hat mich ein Buch so in den Bann gezogen. Kinder und Jugendliche kommen selbst zu Wort, wie sie Leben und Krankheit und Sterben und Glücklichsein erleben, welche Gedanken sie sich machen, welche Worte sie dafür finden… Radikal und humorvoll und traurig und bewegend… – es macht auf ganz grundlegende Art nachdenklich, die Sätze der Kinder und Jugendlichen zu lesen, ihre Zeichnungen zu sehen, ihre Worte auf der beigefügten CD zu hören. Die Hoffnung und die Erschöpfung in der Chemo und die Verzweiflung und der Mut.
Mir fällt es schwer, einzelne Sätze herauszugreifen, einzelne Kinder zu benennen, was gibt es für Worte, wenn ein sechsjähriger Bub seine Erkrankung „Leukämie“ beschreibt: „Es sind ein paar böse Zellen in mein Blut gekommen und die machen gerade mein Blut kaputt.“ (S. 31) Oder ein Mädchen, 10jährig, verstorben: „Ich verstehe nicht, warum ausgerechnet ich die Krankheit bekommen habe. Ich hatte so Spaß am Leben.“ (S. 15)
„Es sind ein paar böse Zellen in mein Blut gekommen und die machen gerade mein Blut kaputt.“

„Schön fände ich, wenn man in irgendeiner Form weiterlebt.“
Selten hat mich ein Buch so in den Bann gezogen. Selten hat mich ein Buch im Blick auf das eigene Leben so nachdenklich gemacht. Für dieses Buch, vor allem aber den Kindern und Jugendlichen, die darin zu Wort kommen: „Danke“.
Kathrin Feldhaus und Margarethe Mehring-Fuchs (Hg.): Ich hab jetzt die gleiche Frisur wie Opa. Wie kranke Kinder und Jugendliche das Leben sehen. Patmos Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern 2014 – Hardcover mit Audio-CD, 120 Seiten, durchgehend vierfarbig.


