Begegnet Kirche der Modernisierung längst nicht mehr nur passiv? Hubertus Schönemann hinterfragt eine von Arnd Bünker aufgestellte These und führt dessen Gedanken fort. Notwendig ist ein entschiedener Entschluss zu einer inklusiven Kirchenlogik: Nicht soll es um ein Werben und Vereinnahmen gehen, sondern darum, die Begegnung mit anderen als Geschenk wahrzunehmen.

Wer Erik Flügges Bestseller „Der Jargon der Betroffenheit“ einer genaueren Lektüre unterzieht, mag ähnlich wie Arnd Bünker feststellen, dass zwar die Phänomenbeschreibungen des Autors zutreffen, die Analyse des fundamentalen Sprachproblems der Kirche aber vordergründig bleibt. Aus der Perspektive journalistischer Ausbildungsarbeit mit Theologinnen und Theologen fügt Ludger Verst zum Relevanzproblem kirchlicher Verkündigung eigene Beobachtungen hinzu.

Was lässt sich heute von Martin Luther lernen? Henning Klingen traf Jan-Heiner Tück und Christian Danz. Die beiden Theologen organisieren die heute in Wien beginnende Tagung  „Martin Luther im Widerstreit der Konfessionen“. Sie sprechen über Luther, die Bedingungen glückender Ökumene, reiben sich am Kirchenbild und Tück wundert sich über lobende Worte gegenüber „Dominus Iesus“ aus dem Mund seines evangelischen Kollegen.

Die grossen Kirchen in Deutschland gefallen sich oft noch in der Pose der Mehrheitskirchen. Stefan Gärtner hinterfragt diese Mentalität der „Volkskirche“. Längst bröckeln die Mehrheiten und immer öfter finden sich die Kirchen als Minderheit wieder – für Gärtner ein Anlass, daran zu erinnern, dass Minderheiten auch als Produkte der Mehrheiten und ihrer Machtausübung entstehen.

Den Hype um Erik Flügges Buch „Jargon der Betroffenheit“ nimmt Arnd Bünker zum Anlass für einen zweiten Blick auf das Buch. Zwar treffen die Phänomenbeschreibungen Flügges zu, die Analyse müsste aber tiefer greifen. Die Kirche „verreckt“ nicht an ihrer Sprache, sie hat ein Relevanzproblem. Die Relevanzkrise lässt sich mit Sprachoptimierung bestenfalls kaschieren aber nicht beheben. Predigerinnen und Prediger müssen je eigene Wege zur Relevanz finden.