Leserbrief zu „Tot – nur auf dem Teller“

Der Beitrag von Julia Enxing „Tot – nur auf dem Teller“ vom 28. November 2018 mag sich zwar als engagierter Beitrag für die Rechte von Tieren geben, scheint aber eher aus der Wut als aus einer genaueren Reflexion geschrieben worden zu sein.

Anders ist es kaum zu verstehen, dass unter der Hand Tiere mit Weinflaschen verglichen werden, also als „Besitztümer“ der Verstorbenen, die ihnen viel bedeuten. Auch der äquivoke Gebrauch des Begriffs „Lebewesen“ erscheint mir für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema unangemessen, auch wenn dieser in der aktuellen theologischen wie philosophischen Diskussion selten spezifiziert wird – und wenn, dann eher biologistisch oder emotional. Als Theologe sollte man sich fragen, was denn, hier im Hinblick auf die Eschatologie, das Spezifisch Menschliche, was das Spezifisch Tierische ist; es geht ja nicht um ein „unter die Erde-Bringen“, sondern um ein „Deponieren“, des Verstorbenen, wie es frühe christliche Grabinschriften formulieren. 

In dieser Hinsicht ist mit Emotionalität oder Wut im Bauch nun wirklich
Niemandem gedient.

Dr. Andreas Matena, Wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fundamentaltheologie, Universität Augsburg 

Tot – nur auf dem Teller!

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