Die Präsenzlehre steht gegen Ende des Coronasemesters zwischen ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft. Hochschullehrende wollen das distance learning hinter sich lassen. „Digital“ und „Präsenz“ sind dabei zu Kampfbegriffen geworden. Für Benedict Schöning überdeckt ihre scheinbare Polarität, dass eine überholte Didaktik stabilisiert werden soll. Das ist nicht nur hochschuldidaktisch bedenklich, sondern auch theologisch relevant.

Corona erinnert uns daran, darüber nachzudenken, was das Leben bereichert, was in schwierigen Lebenssituationen stützt, was Sinn und Identität stiftet und wie lokal sorgende Gemeinschaften, Caring Communities, gestärkt werden können. Wir brauchen lebbare Formen des Umgangs mit dem nicht auflösbaren Widerspruch zwischen Fürsorge und Selbstbestimmung, Lebensschutz und Freiheit. Von Klaus Wegleitner.